Die neuen ÖBB-Talent-Züge sind ein Schuss nach hinten. Das Design mag schön, elegant und modern wirken, aber es mangelt den Zügen deutlich an Komfort.
Der Talent-Zug hat eine vergleichsweise gute Beschleunigung (1 m/s²) und eine noch stärkere Bremse (1,2 m/s²), was zwar im Regionalverkehr ein zügiges Vorankommen sichert, jedoch die Fahrgäste allzuoft aus ihren Sitzplätzen hebt. Tatsächlich kann man nicht gemütlich in einem der neuen Züge sitzen, ohne bei jedem Brems- bzw. Beschleunigungsvorgang (je nach Sitzrichtung) weiter nach unten zu rutschen.
Ein grober Konstruktionsfehler ist der ach so tolle Einstiegskomfort: Man kann jetzt an den neuen Bahnhöfen, in den Zug einsteigen ohne zwei Stufen nach oben nahmen zu müssen. Aber ist das gut so? Wenn dann der Zug völlig überfüllt ist, und man sich auf die Suche nach einem Sitzplatz begeben muss, findet man alle paar Schritte im Zug Stufen, welche wohl wegen der Räder nötig waren. Unnötige Stolperfallen! Für größere Menschen wie mich ist es außerdem gefährlich, da beim “Runtersteigen” der Stufen immer auf den Kopf zu achten ist
Wo wir gerade bei überfüllten Zügen sind – Da der Zug nur über 4er-Sitze verfügt und es viele schücherne Menschen gibt, befinden sich auf jedem 4er-Sitz nur wenige Personen was zu einem Sitzplatzmangel führt. Die gegenüberliegenden Sitzplätze sind so nah aneinander, dass es nur in verkrampfter, aufrechter Sitzhaltung möglich ist, dem Gegenüber nicht in die Quere zu kommen. Die Gepäckablage befindet sich für mich ziemlich genau auf Kopfhöhe, wodurch man beim Aufstehen gut aufpassen muss….
Die Müllkörbe in den Talent-Zügen sind zu klein,
Da passt nicht mal eine Flasche rein!
Die Türen sind mit Knopfdruck zu öffnen. Ich persönlich vertraue der Elektronik nicht so sehr, dass mich dies nicht beunruhigen würde. Mir ist es beim guten, alten City-Shuttle schon passiert, dass sich die Türen per Elektronik nicht öffnen liesen (Zugführer vergaß(?!) die Türen zu entriegeln). Bei diesen Zügen war es aber sehr einfach möglich die Tür auch per Hand zu öffnen…
Die Sitze sind ungemütlich hart und somit zu rutschig, so dass man wie bereits erwähnt beim Bremsen immer weiter nach unten rutscht. Was mir sehr fehlt sind die seitlichen Kopfstützen. Möchte man zum Beispiel als Frühaufsteher im Zug noch ein wenig Schlafen, so hat man wenig Freude daran, wenn man den Kopf nirgends anlehnen kann. Die Handstützen erweisen sich auch als unpraktisch. Zwischen den Sitzen ist überhaupt keine vorhanden und die Handstützen links und rechts sind zu hoch und zu hart (keine Polsterung).
Achja… und wer wollte nicht schon mal in einem Bahnhof stehen und den Wartenden die Beine präsentieren, da sich mache Fenster unter bzw. auf gleicher Höhe mit den Sitzen befinden.
Tjaa… Die LED-Anzeigen “Nächster Halt/Next Stop” sind ja recht praktisch… Die ständige Ansage “Nächster Halt/Next Stop: Puch. Vorsicht! Niedriger Bahnsteig” mag jedoch etwas nerven*g*
Ich bevorzuge den Einsatz von City-Shuttles oder ganz “alten” Zügen, da diese erstens gemütlicher waren und zweitens auch Zweier-Sitze bieten.